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Hydrographie
HYDROGRAPHIE steht am Schnittpunkt von Zeichnung, Malerei
und medialem Bildprozeß. Durch Sedimentation von Tuschepigmenten
auf Folie entstehen mikroskopisch kleine Bilder, die in etwa einem fotographischen
Negativ entsprechen. Ähnlich wie in der Fotographie bildet die
originale HYDROGRAPHIE den Ausgangspunkt für die Herstellung von
Abzügen beliebiger Größe und Auflage. HYDROGRAPHIEN
können auch wie Diapositive projiziert werden, oder in digitaler
Form per Beamer. Durch das Ausschöpfen des gesamten Hell-Dunkel-Spektrums
von absolutem Weiß bis hin zu absolutem Schwarz übertrifft
die Leuchtkraft einer HYDROGRAPHIE die eines Diapositivs bei weitem,
wobei durch feinnuancierte Zwischentöne eine geradezu magische
Lichtwirkung erzielt wird. Festzuhalten ist, daß hydrographische
Bilder keine abfotographierten Graphiken und auch keine Computergraphiken
sind.
Die Wurzeln hydrographischer Bilder liegen ebenso in
der fernöstlichen Tuschemalerei und Kalligraphie wie im Geist des Surrealismus mit seinen Bildwelten des graphischen Automatismus
und der Psychoanalyse. Kunst als Parallele zur Natur: Dieser berühmte
Ausspruch Paul Cézannes findet in der HYDROGRAPHIE seine direkteste
und beeindruckendste Umsetzung. Aus einem Tropfen Tusche entsteht ein
ganzes Universum, wobei natürliche Wachstums- und Transformationsprozesse
einen nie gesehenen virtuellen Kosmos entstehen lassen, der zugleich
seltsam vertraut und fremd wirkt. Mikro- und Makrokosmos verschmelzen
zur Projektionsfläche für archetypische Seelenzustände
des Betrachters. Die Inspiration durch die Natur steht in der Tradition
pantheistischer Weltbilder von der keltischen Megalithkultur bis hin
zur Romantik und spiegelt sich auch wieder in der Zusammenschau hydrographischer
Bilder in zyklischen Suiten. HYDROGRAPHIE steht für eine Ästhetik
jenseits aller bekannten Kunstformen und bietet die metaphysische Bühne
für die Rückgewinnung einer in der Konsumgesellschaft verlorengegangenen
Fähigkeit: Erkenntnis durch Staunen.
Der Name PHASIS ist griechischer Herkunft und bedeutet
„Erscheinung; Lichtgestalt; Aufgang eines Gestirns; Abschnitt
einer Entwicklung“. In Bezug auf die zeitgenössische Kunst
steht PHASIS für den ökonomischen Einsatz der Mittel und eine
Abkehr von der verbreiteten Ästhetik, inhaltliche Bedeutung nur
durch schiere Größe aus Riesenformaten zu schöpfen.
Die Philosophie von PHASIS kehrt zu einem ganzheitlichen Ansatz zurück
mit dem ästhetischen Ziel, nicht nur die existieriende Wirklichkeit
abzubilden oder im Collageprinzip aus Fragmenten neu zusammenzusetzen,
sondern eine völlig neue Kunst zu schöpfen, die auch außerhalb
des White Cube funktioniert und wahrnehmbar bleibt.
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